Inhalt
- 01Festpreis oder Stundensatz – die wichtigste Frage vor der Agenturauswahl
- 02Was Münchner Agenturen typischerweise berechnen
- 03Wie Stundensatz-Abrechnung in München tatsächlich abläuft
- 04Wie ein seriöses Münchner Festpreis-Modell funktioniert
- 05Welches Modell passt zu welchem Münchner Use Case?
- 06Konkrete Münchner Preisbeispiele – Festpreis vs. Stundensatz nebeneinander
- 07Wann Sie skeptisch werden sollten
- 08Fazit
Festpreis oder Stundensatz – die wichtigste Frage vor der Agenturauswahl
Wer in München eine Webagentur sucht, wird sehr schnell mit zwei sehr unterschiedlichen Preismodellen konfrontiert: Stundensatz-Abrechnung („wir veranschlagen 80 Stunden zu 140 €") oder Festpreis („Ihre Website kostet 4.800 € komplett, mit Design-Entwurf vorab"). Das wirkt zunächst wie eine Detailfrage – tatsächlich ist es die Entscheidung, die in München mehr Projekte aus dem Ruder laufen lässt als jede andere.
Wir sehen täglich beide Modelle aus Kunden-Sicht – wenn Bestandskunden zu Webpelikan wechseln, hören wir die Geschichten ihrer Vorgänger-Projekte. Diese Übersicht ist der Versuch, die Entscheidung sauber strukturiert hinzubekommen, bevor Geld fließt.
Was Münchner Agenturen typischerweise berechnen
Stundensätze in München (Stand 2026)
| Agentur-Typ | Stundensatz München | Typische Gesamtkosten Standard-Website | |---|---|---| | Premium-Agentur (Werksviertel, Maxvorstadt) | 160–220 € | 18.000–60.000 € | | Etablierte Mittelstandsagentur | 110–150 € | 9.000–24.000 € | | Boutique-Agentur (3–6 Personen) | 90–130 € | 6.000–14.000 € | | Solo-Designer mit Webdesign-Fokus | 70–110 € | 3.000–8.000 € | | Junior-Freelancer / Quereinsteiger:innen | 45–80 € | 1.500–4.500 € |
Festpreis-Strukturen in München
| Anbieter-Typ | Festpreis Standard-Website (5–7 Seiten) | Festpreis-Premium-Website (mehrsprachig, Booking) | |---|---|---| | Premium-Agentur (Festpreis selten angeboten) | meist nicht verfügbar | meist nicht verfügbar | | Spezialisierte Festpreis-Anbieter (Webpelikan & Co.) | 2.800–5.500 € | 6.000–12.000 € | | Solo-Designer mit Festpreis | 2.000–4.500 € | nicht im Angebot |
Auffällig: Die großen Münchner Premium-Agenturen bieten Festpreise praktisch nie an. Das ist kein Zufall – es ist Geschäftsmodell.
Wie Stundensatz-Abrechnung in München tatsächlich abläuft
Das Versprechen klingt fair: „Wir schätzen die Stunden, Sie zahlen, was wir wirklich brauchen." Die Praxis sieht in München in den allermeisten Fällen so aus:
- Initiale Schätzung ist niedrig – „wir kalkulieren 60 Stunden". Das macht das Angebot attraktiv.
- Konzept-Phase verbraucht 30–50 % der Schätzung, oft bevor visuell etwas existiert. Sie haben dann schon mehrere tausend Euro investiert, ohne ein einziges Designelement gesehen zu haben.
- Mehraufwand wird im Projekt nachträglich angekündigt. „Das war nicht im Briefing", „die Wünsche haben sich ergänzt", „Browser-Kompatibilität war komplexer als gedacht".
- Endrechnung liegt 30–80 % über der initialen Schätzung. Aus 60 Stunden werden 90; aus 8.400 € werden 12.600 €.
Das ist nicht Bösartigkeit – es ist die strukturelle Logik des Modells. Eine Agentur mit Stundensatz-Modell hat keinen wirtschaftlichen Anreiz, schnell zu sein. Und Sie als Kund:in tragen das volle Risiko.
Der einzige Fall, in dem Stundensatz wirklich für Sie funktioniert: Sie haben selbst sehr viel Erfahrung mit Webprojekten, kontrollieren jeden Stundenzettel und können die Schätzung kompetent challengen. Das trifft auf maximal 5 % der Münchner Mittelständler zu.
Wie ein seriöses Münchner Festpreis-Modell funktioniert
Bei einem echten Festpreis trägt die Agentur (oder der spezialisierte Solo-Anbieter) das Risiko der Mehrkosten. Das hat zwei Konsequenzen:
- Die Agentur muss vor Auftragserteilung sehr genau wissen, was zu tun ist – deshalb gehört bei seriösen Festpreis-Anbietern in München ein Design-Entwurf bereits zum Angebot. Sie sehen die Richtung, bevor Sie zahlen.
- Die Agentur hat einen wirtschaftlichen Anreiz, effizient zu sein – statt jede Stunde abzurechnen, optimiert sie Workflow, Templates und Wiederverwendbarkeit. Das geht nur, wenn die Agentur spezialisiert ist (z. B. nur Praxen, nur Kanzleien, nur Coaches).
Was Sie bei einem seriösen Festpreis bekommen sollten:
- Klare Leistungsbeschreibung (welche Seiten, welche Funktionen, welche Designtiefe)
- Design-Entwurf vorab (oder am Tag der Auftragserteilung)
- Definierte Anzahl Korrekturschleifen
- Klare Aussage zu Hosting, Wartung, Datenschutz, Eigentumsrechten
- 100 % Zufriedenheitsgarantie oder mindestens Rücktrittsrecht in der Konzept-Phase
Was beim Festpreis nicht eingeschlossen ist:
- Inhaltliche Mehrleistungen, die Sie nach Festpreis-Vereinbarung wünschen (z. B. „können wir noch einen Online-Shop dazuschrauben?")
- Externe Kosten, die Sie selbst tragen (z. B. Stockfotografie-Lizenzen, professionelles Foto-Shooting)
- Wartungspakete nach den ersten kostenfreien Monaten
Welches Modell passt zu welchem Münchner Use Case?
Festpreis ist die richtige Wahl, wenn …
- Sie eine klar definierte Standard-Website brauchen (Praxis, Kanzlei, Coaching, Handwerk, Restaurant, lokales Gewerbe)
- Sie keinen mehrwöchigen Pitch-Prozess durchlaufen wollen
- Sie ein klares Budget haben und nicht nachträglich überrascht werden möchten
- Sie ein:e Solo-Selbstständige:r oder ein kleiner Münchner Betrieb mit unter 50 Mitarbeitenden sind
Stundensatz kann Sinn ergeben, wenn …
- Sie ein hochkomplexes Custom-Projekt haben (z. B. Buchungsplattform mit eigener Backend-Logik)
- Sie selbst sehr erfahren sind in Web-Projekten und Stundenzettel kompetent prüfen können
- Sie mit einer Agentur einen mehrjährigen Retainer eingehen, in dem laufend Anpassungen anfallen
- Sie ein:e Konzern-Marketingverantwortliche:r mit Budget über 100.000 € sind und Geschwindigkeit über Festpreis stellen
Mischmodell als Mittelweg
Manche Münchner Agenturen bieten eine Variante an: Festpreis für Konzept, Design und Initial-Build, danach Stundensatz für Anpassungen und Erweiterungen. Das funktioniert, wenn der Festpreis-Anteil > 80 % des Gesamtbudgets ausmacht. Sobald der Stundensatz-Anteil größer wird, sind Sie effektiv im Stundensatz-Modell.
Konkrete Münchner Preisbeispiele – Festpreis vs. Stundensatz nebeneinander
Beispiel 1: Praxis-Website Bogenhausen
- Festpreis-Anbieter: 3.800 € (Komplettpreis, inklusive Design-Entwurf, Premium-Hosting für 12 Monate, Online-Terminbuchung-Integration, HWG-konforme Texte)
- Mittelstandsagentur Stundensatz: Schätzung 65 Stunden × 130 € = 8.450 €. Tatsächliche Endrechnung: typischerweise 11.000–13.500 € nach Mehraufwand.
Beispiel 2: Kanzlei-Website Schwabing, mehrsprachig DE/EN
- Festpreis-Anbieter: 6.500 € (Komplettpreis, inklusive Design-Entwurf, Premium-Hosting, mehrsprachige Architektur, BORA-konforme Inhaltsabstimmung)
- Premium-Agentur Stundensatz: Schätzung 140 Stunden × 180 € = 25.200 €. Tatsächliche Endrechnung: 32.000–48.000 € üblich.
Beispiel 3: Mittelstands-Website Werksviertel, Online-Shop integriert
- Festpreis-Anbieter: Selten verfügbar in dieser Komplexität – realistische Spanne 12.000–18.000 €
- Mittelstandsagentur Stundensatz: Schätzung 250 Stunden × 130 € = 32.500 €. Endrechnung typischerweise 42.000–55.000 €.
In den meisten Münchner Fällen ist der Festpreis bei vergleichbarer Qualität 30–60 % günstiger – nicht weil weniger Arbeit drinsteckt, sondern weil das Risiko nicht beim Kunden liegt.
Wann Sie skeptisch werden sollten
Bei einem Festpreis-Angebot:
- Wenn der Preis unter 1.500 € für eine vollständige Website liegt: Qualität, Datenschutz oder Wartung wahrscheinlich problematisch.
- Wenn kein Design-Entwurf vorab gezeigt wird: Sie kaufen eine Katze im Sack.
- Wenn Hosting separat berechnet wird, ohne Erwähnung im Angebot: oft eine versteckte Mehrkosten-Falle.
- Wenn Eigentumsrechte unklar sind: Sie könnten in 12 Monaten die Domain nicht mitnehmen können.
Bei einem Stundensatz-Angebot:
- Wenn die Initialschätzung deutlich unter dem Markt liegt (40 Stunden für eine Praxis-Website z. B.): klassischer Lock-in-Trick, später wird es teuer.
- Wenn keine Stunden-Aufschlüsselung pro Phase angeboten wird: niemand kann später Mehraufwand beurteilen.
- Wenn die Agentur sich weigert, einen alternativen Festpreis zu kalkulieren: oft strukturelle Abhängigkeit von Stundensatz-Modell.
Fazit
Festpreis vs. Stundensatz ist in München keine Detailfrage – es ist die Strukturentscheidung, die mehr über Ihr Endbudget entscheidet als jede Designwahl. Für die typischen Münchner Use Cases (Praxen, Kanzleien, Beratung, Handwerk, lokales Gewerbe, Coaches) ist Festpreis fast immer die wirtschaftlichere Variante – sofern es ein seriöser Festpreis ist, kein Lockvogel-Angebot.
Wenn Sie eine Münchner Webagentur suchen und unsicher sind, welches Modell passt: Wir besprechen das in einem 30-Minuten-Erstgespräch und sagen ehrlich, ob unser Festpreis-Modell zu Ihrem Vorhaben passt – oder ob Sie besser bei einer anderen Struktur aufgehoben sind.